Fünf Baugenossenschaften, ein gemeinsames Ziel.
Die Kooperation wurde 2016 gegründet und hat fünf Mitglieder. Die fünf beteiligten Genossenschaften sind als übergeordneter Genossenschaftsverband organisiert. Dieser stellt einen Vorstand, der sich aus je einer Vertretung der Genossenschaften zusammensetzt. Alle Genossenschaften sind mit einem Stimmrecht im Vorstand vertreten, unabhängig von ihrer Mitgliederzahl. Gegenüber der Stadt Luzern ist die Kooperation die Baurechtsnehmerin.
Unser Ziel ist es, ein nachhaltiges und attraktives Areal zu schaffen, das fairen Wohn- und Arbeitsraum statt spekulativer Gewinne bietet und viel Platz für Mitgestaltung lässt.
Vorstand
Lukas Berger, Vorstandspräsident, WOGENO Luzern Genossenschaft
«Dank des Einsatzes der Menschen der Stadt Luzern kann auf dem Areal Industriestrasse eine genossenschaftliche Siedlung entstehen. Zusammen mit vier anderen Genossenschaften wollen wir hier ökologisch hochwertigen, sozial durchmischten, urbanen Lebensraum schaffen. Für die Menschen der Stadt Luzern. Auch für junge Familien, damit sie in der Stadt bleiben können, wenn sie mehr als vier Zimmer brauchen.»
Dominik Hasler, Leiter Finanzen und Administration allgemeine baugenossenschaft luzern abl
«Wohnen ist in der Stadt Luzern ein zentrales Thema. Preisgünstiger und gut gelegener Wohnraum ist stark gefragt. Für viele Menschen bedeutet Wohnen weit mehr als nur eine Wohnung: Es geht um Austausch, Gemeinschaft und gelebte Nachbarschaft. Genau darum ist für mich die Kooperation Industriestrasse Luzern so wertvoll. Fünf Wohnbaugenossenschaften mit unterschiedlichen Hintergründen und Kulturen ziehen hier gemeinsam an einem Strang. Sie schaffen vielfältigen, genossenschaftlichen Lebensraum. Diese Zusammenarbeit ist inspirierend und gleichzeitig herausfordernd. Denn damit preisgünstiger Wohnraum langfristig möglich bleibt, müssen wir die Wirtschaftlichkeit immer im Blick behalten. Gerade in einem so komplexen Projekt ist es eine wichtige Aufgabe, diesen Balanceakt verantwortungsvoll zu gestalten.»
Angela Meier, Geschäftsleiterin Baugenossenschaft Wohnwerk Luzern
«Für Wohnwerk steht fest: Das Areal Industriestrasse ist mehr als ein Bauprojekt – es ist ein Versprechen an eine soziale, ökologische und gemeinschaftlich getragene Stadtentwicklung. Hier entsteht urbaner Wohnraum, der hochwertig ist, aber zugänglich bleibt – lebendig, durchmischt und zukunftsfähig. Gemeinsam mit den anderen vier Genossenschaften schaffen wir ein Quartier, das genossenschaftliche Werte mit nachhaltigem Bauen verbindet und Raum schafft für vielfältiges Wohnen und Arbeiten. Es zeigt, was möglich ist, wenn wir gemeinsam Stadt nicht nur bauen, sondern neu denken.»
Christoph Ziegler, Vorstandsmitglied Gemeinnützige Wohnbaugenossenschaft Industriestrasse Luzern GWI
«In einer Zeit, in der gesellschaftlicher Zusammenhalt und ökologische Verantwortung immer wichtiger werden, setzt sich die GWI für ein zukunftsfähiges und gemeinschaftliches Wohnen ein. Unser Ziel ist es, durch gemeinwohlorientierte Wohnprojekte lebendige Nachbarschaften zu fördern, in denen Solidarität, Teilhabe und nachhaltiges Handeln im Mittelpunkt stehen. Als Baugenossenschaft stehen wir für Gemeinschaft, Mitbestimmung und soziale Verantwortung. Durch innovative Projekte und nachhaltige Bauweisen tragen wir aktiv zur Verbesserung des Wohnungsmarktes bei und positionieren uns als ernst zu nehmende Gestalter im Immobilienmarkt.»
Daniel Burri, Präsident Liberale Baugenossenschaft Luzern LBG
«Preisgünstiger städtischer Wohnraum ist rar. Die Immobilienpreise steigen. Klassische Rezepte können dem Bedarf nicht mehr gerecht werden. Mit neuen, qualitativ hochwertigen Wohnungen an der Industriestrasse wollen wir Familien das städtische Wohnen zu sozial verträglichen Mietzinsen ermöglichen.»
Leitbild
Die Kooperation ist zukunftsweisend
Wir schätzen und nutzen die Unterschiedlichkeiten der Genossenschaften. Diese fördern die Durchmischung und lassen neue Ideen entstehen. Die Eigenständigkeiten der Genossenschaften sowie der Wille Gemeinsamkeiten zu pflegen und zu nutzen, haben einen hohen Stellenwert. Das Projekt Industriestrasse trägt zur Entwicklung der Genossenschaftsbewegung und zu einer lebendigen Stadt bei.
Die Kooperation schafft vielseitigen Raum
Auf dem Areal Industriestrasse wird gemeinnütziger Wohn- und Arbeitsraum geschaffen, der dank seiner Diversität auf das Quartier belebend wirkt. Verwirklichen können wir dieses Ziel durch nachhaltiges, bedürfnisgerechtes und kosteneffizientes Bauen. Im Vordergrund steht das Angebot von bezahlbarem Raum für alle Nutzformen – ohne Spekulation.
Die Kooperation fördert die Identität
Die Zwischennutzung über 40 Jahre hat eine starke Identität gebildet, die auf die ganze Stadt ausstrahlt. Mit dem Transformationsprozess über zwei Bauetappen ermöglichen wir den Verbleib der Ansässigen an Ort. Im Austausch mit verschiedenen Interessengruppen entwickeln wir die Identität weiter.
Die Kooperation ist überzeugt von den Zielen der 2000-Watt-Gesellschaft
Wir planen und bauen nach den 2000-Watt-Kriterien und wenden diese auch im Betrieb an. Auf dem autoarmen Areal erwarten wir umweltbewusstes Konsum- und Mobilitätsverhalten, wofür wir Anreize schaffen. Gegenüber neuen Entwicklungen der Nachhaltigkeit sind wir offen.
Die Kooperation lebt soziale Nachhaltigkeit
Soziale Nachhaltigkeit in der Siedlungsentwicklung verstehen wir als einen gemeinsamen (Lern-) Prozess der betroffenen Interessengruppen. Ein ausgewogenes Gleichgewicht an sozialen, qualitativen, ökologischen und ökonomischen Faktoren sind uns wichtig. Dabei werden die Teilnahme und Teilhabe in der Planung und im Betrieb aktiv unterstützt.
Die Kooperation lebt den Dialog
Im Interesse einer guten Durchmischung unterschiedlicher Angebote an Wohnen und Arbeiten fördern wir den Dialog mit der Nachbarschaft, den beteiligten gemeinnützigen Wohnbauträgern sowie mit öffentlichen und privaten Partnern.
Pro Genossenschaft werden zwei Personen als Delegierte der Kooperation eingesetzt:
- abl: Armando Wigger / Marcel Budmiger
- Wohnwerk: Stéphane Beuchat / Dominic Jurt
- GWI: Nicole Arnold / Jonas Krummenacher
- LBG: Markus Mühlebach / Armin Suppiger
- WOGENO: Selina Lutz / Roland Heller